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Geschichte

Die Entwicklung des Geodätischen Instituts und seine Lehrer

 

Am 15. Mai 1865 fand die Grundsteinlegung der Technischen Hochschule durch den preußischen König Wilhelm I. im jetzigen Hauptgebäude statt. Am 10. Oktober 1870 schließlich wurde die Königlich Rheinisch-Westfälische Polytechnische Schule in Aachen feierlich eröffnet und gleichzeitig eine Fachschule für Bauingenieurwesen eingegliedert. Eine von fünf Fachrichtungen innerhalb dieser Fachschule war den Geodäten mit zwei Studienjahren vorbehalten, obwohl das Ablegen der Diplomprüfung damals noch nicht mit der Verleihung des akademischen Grades Diplom-Ingenieur verbunden war, der erst um die Jahrhundertwende eingeführt wurde.

Im Jahre 1880 erfolgte die Umbenennung der Polytechnischen Schule in Technische Hochschule mit drei ingenieurwissenschaftlichen Abteilungen. In der 2. Abteilung (für Bauingenieurwesen) wurde nun eine Fachrichtung für Geodäten (mit drei Studienjahren) eingerichtet. Da jedoch im Jahre 1880 die akademische Berufsausbildung für die preußischen Landmesser mit einer Staatsprüfung als Abschluss an die Landwirtschaftlichen Hochschulen in Berlin und in Bonn übertragen wurde, waren den Technischen Hochschulen von Haus aus die Hörer entzogen. Dies änderte auch der königliche Erlass vom 11. Oktober 1899 nur unwesentlich, der den Technischen Hochschulen das Recht verlieh, die akademischen Grade des Diplom-Ingenieurs und nach weiterer Qualifizierung des Doktor-Ingenieurs vergeben zu dürfen.

Erst mit der (inzwischen siebten, reichseinheitlichen) Diplom-Prüfungsordnung für Studierende des Vermessungswesens vom 5. Mai 1938 wurde an der TH Aachen der Grundstein gelegt für eine Geodäsieausbildung, die die Ablegung der Diplomvorprüfung mit Gültigkeit für die 1. Staatsprüfung der Vermessungsingenieure ermöglichte. Diese letztgenannte Prüfungsordnung nebst fortgeschriebener Änderungen hatte in Aachen Gültigkeit bis zum 1. Oktober 1993. Durch ministerielle Verordnung wurde der Diplom-Studiengang Vermessungswesen an der TH Aachen mit diesem Datum eingestellt, eine bedauerliche, politisch-ökonomische Entscheidung, da hiermit das Fach Geodäsie im Umfeld einer ingenieurwissenschaflich geprägten Hochschule in seinen vielfältigen Wirkungsmöglichkeiten beschnitten wird.

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