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Wilhelm Benning

Als Nachfolger von Prof. Hektor wurde Wilhelm Benning am 15. August 1987 auf den Lehrstuhl für Geodäsie berufen und - nach dem Wechsel von Prof. Witte an die Universität Bonn - zum Direktor des Geodätischen Instituts ernannt.

Er begann im Oktober 1967 das Studium der Mathematik und Geodäsie zunächst in Köln, und schloss es  vier Jahre später als Diplom-Ingenieur für Vermessungswesen in Bonn ab. Von 1971 bis 1974 folgte die Anstellung am Institut für Theoretische Geodäsie an der Universität Bonn als wissenschaftlicher Assistent unter den Professoren H. Wolf und K.-F. Koch. In dieser Zeit verfasste er seine Dissertation mit dem Titel „Auswertungen von Altimetermessungen für das Modell der einfachen Schicht des Erdschwerefeldes in der Satellitengeodäsie“. Nach der Promotion begann Wilhelm Benning das Referendariat des höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdienstes beim Regierungspräsidenten in Köln. Die Große Staatsprüfung legte er nach zwei Jahren im Oktober 1976 ab. Im Anschluss trat er eine Stelle am Landesvermessungsamt des Landes Nordrhein-Westfalen in Bad Godesberg an und war dort bis 1979 als Dezernent für die Automation der Grundlagenvermessung zuständig. Im WS 1978/79 erhielt er einen ersten Lehrauftrag für das Fach Vermessungskunde an der Fachhochschule Aachen und wurde dort im Fachbereich Bauingenieurwesen am 01.03.1979 zum Fachhochschullehrer berufen. Am 30.03.1984 erfolgte der Wechsel an die Ruhruniversität Bochum, an der er drei Jahre als Hochschullehrer tätig war, bevor Prof. Benning schließlich den Ruf der RWTH Aachen annahm.

Seine Lehraufgaben an der RWTH umfassten die Fächer Angewandte Statistik, Vermessungskunde, Programmierung in C/C++, CAD sowie Photogrammetrie und Geoinformationssysteme. Daneben wirkte er in der akademischen Selbstverwaltung der Fakultät für Bauingenieurwesen mit, in der er verschiedene Funktionen, u.a. das Amt des Dekans zwischen 2002 und 2006, inne hatte.

In der Forschung stellte für Prof. Benning Zeit seines beruflichen Lebens die Angewandte Statistik einen besonderen Schwerpunkt dar. Viele seiner Aktivitäten und Publikationen befassen sich mit den Grundlagen und Anwendungen der Statistik im Ingenieurwesen, was u.a. durch sein Lehrbuch „Statistik in Geodäsie, Geoinformation und Bauwesen“ manifestiert. In diesem Zusammenhang zeichnet Prof. Benning u.a. für die Entwicklung von diversen Softwaresystemen verantwortlich. An erster Stelle sei hier das weit verbreitete Programmsystem KAFKA (Komplexe Analyse Flächenhafter Katasteraufnahmen) für die Analyse und Ausgleichung von Lagevermessungen im Kataster genannt. Weitere unter ihm entwickelte computergestützte Werkzeuge sind das Berechnungsprogramm KATRIN und die Software KATHOM.

Neben den zuvor beschriebenen Arbeiten auf dem Gebiet der Ausgleichungsrechnung geht auch das Photogrammetrische Interaktive digitale Auswertesystem (PHIDIAS) als leistungsfähiges Werkzeug für die kombinierte Auswertung von 2D-Messbildern und 3D-Laserscannerdaten auf ihn zurück. Unter dem Schlagwort „KATGIS“ richtete er in den letzten 10 Jahren seiner Tätigkeit das Augenmerk zunehmend auf die Anwendung von Geoinformationssystemen im Liegenschaftskataster. So wurden am Institut unter seiner Leitung diverse Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Fachapplikation KATGIS für das System „Smallworld GIS“ durchgeführt.

Seit 1989 ist Prof. Benning Ordentliches Mitglied der Deutschen Geodätischen Kommission (DGK) und seit 1993 korrespondierendes Mitglied der Internationalen Assoziation für Geodäsie (IAG). Im Deutschen Verein für Vermessungswesen (DVW) leitete er als Vorsitzender die Bezirksgruppe Aachen für sieben Jahre und übernahm anschließend im November 1997 den Vorsitz der Landesvereins Nordrhein-Westfalen, den er insgesamt acht Jahre inne hatte.

Am 30.09.2012 wurde Prof. Benning in den Ruhestand verabschiedet. Die Leitung des Geodätischen Instituts obliegt seither seinem Nachfolger, Prof. J. Blankenbach, mit dessen Berufung der Lehrstuhl Geodäsie eine Umbenennung in „Lehrstuhl für Bauinformatik & Geoinformationssysteme“ erfuhr.

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