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P. Gast

Schumanns Nachfolger wurde P. Gast, seinerzeit Dozent an der Technischen Hochschule Darmstadt. Gast (geb. 1876 in Wiesbaden) hatte in Berlin, Bonn und Heidelberg Geodäsie und Astronomie studiert und als Fenners Assistent an der TH Darmstadt an Erdmessungsarbeiten teilgenommen. Er promovierte in Heidelberg, habilitierte sich 1904 in Darmstadt und übernahm 1906 auf Helmerts Vorschlag die Leitung der trigonometrischen und geographischen Arbeiten des argentinischen Generalstabs. Seit 1909 war er wiederum als Dozent in Darmstadt tätig. Am 1. März 1911 begann seine Lehrtätigkeit in Aachen, welche er mit der Berufung auf eine ordentliche Professur für Geodäsie an der TH Hannover am 30. März 1927 beendete. Seine Spezialgebiete waren die Landesvermessung und die Luftbildmessung. So veröffentlichte er in der ZfV mehrere Abhandlungen zur Triangulation in Kolonialländern oder auch Zur graphischen Ausgleichung trigonometrischer Punkte (1914), wie zum Wesen der Beobachtungsfehler (1920). Im Jahre 1926 erfolgten dann Vorschläge zum Gebrauch von Leuchtraketen bei der Erkundung I.O. sowie Grundsätzliches zur Anlage einer Hauptdreieckskette in der ZfV. Schon früh beschäftigte er sich theoretisch wie praktisch mit photogrammetrischen Auswertegeräten (AVN, 1929) sowie der photogrammetrischen Kartenaufnahme (AVN, 1936). Er führte das Fach Photogrammetrie in den Aachener Lehrplan ein. Auf Betreiben von ihm erfolgte 1912 innerhalb der Rheinischen Gesellschaft für wissenschaftliche Forschung die Gründung des Deutsch-Südamerikanischen Instituts. Die Geschäftsstelle wurde an der TH Aachen eingerichtet und entwickelte unter seiner Leitung eine umfängliche Tätigkeit, insbesondere mit der Herausgabe von drei Zeitschriften im Verlag der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart ab 1913. Aufgabe des Instituts war einerseits eine möglichst vollständige Südamerikabücherei sowie eine Kartothek für den wissenschaftlichen Austausch. In den Jahren 1920/21 wurde Gast mit der ehrenvollen Aufgabe des Rektor magnificus der TH Aachen betraut. 1940 emeritiert verstarb er am 19. August 1941 in Innsbruck. (Nachrufe von Finsterwalder in der ZfV (1942) und BuL (1941)).

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