slideshow 1 slideshow 2 slideshow 3 slideshow 4 slideshow 5 slideshow 6 slideshow 7 slideshow 8

Erich Hektor

Erich Hektor wurde am 22. Mai 1921 in Hofgeismar/Hessen geboren. Nach dem Abitur im Jahre 1939 folgten Arbeitsdienst und Militärdienst sowie amerikanische Gefangenschaft, aus der er im März 1946 entlassen wurde. Schon im Frühjahr 1949 beendete er sein Studium des Vermessungswesens an der Universität Bonn mit dem Diplom-Examen. Nach halbjähriger Assistententätigkeit in Bonn, anschließender Referendarausbildung mit Abschluss des 2. Staatsexamen folgte eine dreijährige Assistententätigkeit bis zum 31. März 1955 am Institut für Photogrammetrie der Bonner Universität unter Prof. Möhle. Im September desselben Jahres promovierte er mit dem Thema: Die Verzeichnung bei der optischen Entzerrung.

Ab April 1955 war Herr Hektor in der Hessischen Landesvermessung tätig, wo er als Dezernent zunächst für die Katasterneuvermessung, dann für die Grundlagenvermessungen und schließlich für die Automation geodätischer Auswerteverfahren verantwortlich war. Schon 1962 gelang ihm der vollautomatische Datenfluss für die rechentechnische Bearbeitung trigonometrischer Messungen. Die von ihm in Aachen initiierten Forschungsarbeiten behandeln u. a. die digitale Umstellung der amtlichen Flurkarten, woraus sich eine im Land Hessen weitverbreitete EDV-Realisierung ergibt, die noch heute im Einsatz ist, und insbesondere vielfältige Arbeiten im Bereich der Nahbereichsphotogrammetrie. Hervorzuheben sind Verfahrensentwicklungen zur Vermessung und Dokumentation archäologischer Objekte mittels Ballonphotogrammetrie sowie zur Untersuchung dynamischer Vorgänge mittels photogrammetrischer Aufnahmesysteme. In enger Zusammenarbeit mit Maschinenbauern erfolgte schließlich der erfolgreiche Einsatz der Stereophotogrammetrie zur Auswertung rasterelektronenmikroskopischer Aufnahmen. Auf der anderen Seite wurden die Einsatzmöglichkeiten der Cluster-Analyse in der Grundstücksbewertung entwickelt.

In der Lehre übernahm er einen wesentlichen Teil der Ausbildung der Geodäsiestudenten sowie der Architekten und der Gewerbelehrer der Fachrichtung Bautechnik, womit pro Studienjahr etwa 300 Studenten durch Vorlesungen und intensive Übungen zu betreuen waren. In der universitären Selbstverwaltung stellte er seine großen Erfahrungen in den verschiedensten Gremien zur Verfügung. Herausgehoben werden hier lediglich die ehrenvollen Ämter als Senatsmitglied im Jahre 1972/73, als Leiter der Abteilung Bauingenieurwesen (Dekan) im Jahre 1976/77 und als Konventsmitglied in den Jahren 1981 bis 1985. Ab 1969 war er o. Mitglied der Deutschen Geodätischen Kommission in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Zum Ende des SS 1986 wurde Prof. Dr. Hektor im Rahmen eines Festkolloquiums als aktiver Hochschullehrer entpflichtet.  Als sein Nachfolger im Amt wurde Prof. W. Benning zum 15. August 1987 auf die Professur für Geodäsie und zum Direktor des Geodätischen Instituts berufen. Am 29. März 2015 verstarb Prof. Hektor in Aachen.

Hauptseite Geschichte

Zurück zu Fritz Löschner

Weiter zu Berthold Witte