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Fritz Löschner

Am 1. Januar 1963 wurde Fritz Löschner, geb. am 27. Mai 1912 in Brünn/Mähren als Sohn des o.ö. Prof. Dr. tech. Hans Löschner, zum o. Prof. des Lehrstuhls für Geodäsie und Direktor des Geodätischen Instiuts der RWTH Aachen ernannt. Er hatte an der TH Brünn in kürzester Zeit sowohl das Studium des Bauingenieurwesens als auch das des Vermessungswesens absolviert, um bereits im Jahre 1938 seine Dissertation einzureichen und zum Dr. tech. zu promovieren. Ab Juli 1938 begann seine überaus fruchtbare berufliche Tätigkeit als Leiter der Vermessungsarbeiten bei der Alpen-Elektrowerke AG, der späteren Tauern-Kraftwerke AG. Hier obliegen ihm die Planung, Durchführung und organisatorische Beaufsichtigung aller vermessungstechnischen Arbeiten. Unterbrochen wurde diese den Ingenieurgeodäten Löschner prägende Zeit in den Jahren 1944 bis 1947 durch Kriegsdienst und anschließende russische Gefangenschaft.

In Aachen entfaltete er eine reiche wissenschaftliche Tätigkeit, die insbesondere durch interdisziplinäre Projekte gekennzeichnet ist. So entwickelte er Möglichkeiten und Anwendungen der Photogrammetrie in der Architektur, Bauaufnahme und Denkmalpflege, beispielhaft eingesetzt am Aachener Dom und dem Aachener Rathaus. Forschungsarbeiten galten der Materialprüfung und Röntgendiagnostik sowie der Biophotogrammetrie (s. Veröffentl. des Geodät. Instituts Nr. 16/17). Im Ingenieurbereich ist in diesem Zusammenhang die Photogrammetrische Vermessung von statisch und dynamisch belasteten Schwimmbrücken hervorzuheben. Andererseits entwickelte er ein Laser-Nivelliergerät zur automatischen Registrierung von Meßwerten und befaßte sich immer wieder mit der Problematik der Deformationsmessungen und ihrer Analyse unter praktischer Anwendung an verschiedenen Talsperren der Eifel.

Seit 1963 war er Mitglied der Deutschen Geodätischen Kommission und im Jahre 1971 war er gründendes Mitglied des Comité International de Photogrammetrie Architecturale (CIPA) Paris, das ihn später zum Ehrenmitglied ernannte. Des Weiteren ist er Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Im Rahmen des Ausbaus des Aachener Geodätischen Instituts gelang es Herrn Prof. Löschner durch hartnäckige Verhandlungen einen 2. Lehrstuhl für Geodäsie nebst personeller Ausstattung zu installieren und zum 1. September 1968 mit der Berufung des Prof. E. Hektor zum o. Professor für Geodäsie und gleichzeitigem Direktor des Geodätischen Instituts zu besetzen. Am 3. Juni 2000 verstarb Prof. Löschner in Ainring/Bayern.

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