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R. Schumann

Dem Geodäten Werner folgte in Aachen der Astronom R. Schumann, damals Observator beim Geodätischen Institut in Potsdam, wo er sich Helmerts besondere Wertschätzung erworben hatte. Schumann (geb. 1864 in Glauchau/Sachsen) hatte in Leipzig und Berlin Mathematik und Naturwissenschaften studiert, sich im besonderen der Astronomie gewidmet und darin in Leipzig (1888) promoviert. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Observator an der Leipziger Sternwarte gehörte er seit 1891 zu Helmerts Mitarbeitern im Geodätischen Institut in Potsdam.

Seine praktischen Arbeiten erstreckten sich auf die Messungen von geodätischen Grundlinien, auf die Bestimmung der Polhöhe, des Azimutes und der Länge auf zahlreichen Stationen des Gradmessungsnetzes des In- und Auslandes, auf relative Schweremessungen mit Sterneck'schen Pendeln sowie auf absolute Schweremessungen nach Helmert. Das Geodätische Institut hatte in ihm auch einen sehr gewandten Rechner, dessen scharfer Blick für Beobachtungsreihen und dessen sichere Beurteilung der verschiedensten Fehlereinflüsse von Helmert hoch geschätzt wurde.

Daneben beschäftigte er sich auch mit theoretischen Arbeiten über die Taylor- und Lagrange'schen Reihen, Kugel- und Zylinderfunktionen, den Einfluss der unsymmetrischen veränderlichen Refraktion auf die Polhöhenschwankung und die Abberationskonstante. Über Helmerts Vorschlag wurde er dann im Jahre 1902 auf die Professur Geodäsie nach Aachen berufen. Der akademische Lehrberuf führte ihn hier zur Vertiefung in Probleme der Ausgleichungsrechnung, doch widmete er seine wissenschaftliche Arbeit überwiegend den Problemen der Erdmessung. Im Kreis der Professoren genoss Schumann ob seiner stets korrekten, kollegialen Haltung Hochachtung. Er wurde zweimal durch die Wahl zum Dekan geehrt. Im Januar 1911 wurde er als Vorstand der Lehrkanzel Höhere Geodäsie und Sphärische Astronomie an die Technische Hochschule in Wien berufen, wo er weitere 23 Jahre höchst erfolgreich als Hochschullehrer und Forscher wirkte. Diesem Ruf folgte er sehr gern, handelte es sich doch um die Rückkehr zu seinem ursprünglichen Arbeitsgebiet. Am 2. Februar 1945 verstarb Richard Schumann nach langem, schweren Leiden. Eine Würdigung R. Schumanns zum 70. Geburtstag erschien von Berroth in der ZfV/1934.

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