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Bertold Witte

Zum 1. Oktober 1977 folgte Bertold Witte, geb. am 17. Januar 1937 in Essen, als Nachfolger von F. Löschner dem Ruf auf die Professur Geodäsie I und als gleichzeitiger Direktor des Geodätischen Institutes in Aachen. Er studierte von 1960 bis 1964 an der Universität Bonn Vermessungswesen und war dort unter den Professoren H. Wolf und W. Hofmann zunächst als wissenschaftlicher Assistent, später als Akademischer Rat in Lehre und Forschung tätig. 1967 forschte er für ein Jahr an der Ohio State University, Columbus, U.S.A. sowie in den Jahren 1969 bis 1971 am Coast and Geodetic Survey in Rockville, Md. U.S.A. Er promovierte 1968 mit dem Thema Die Berechnung von Horizontalableitungen der Schwerestörungen im Außenraum der Erde aus einer Entwicklung des Potentials nach Kugelfunktionen, und blieb dem Bereich der Erdmessung treu bis in die frühen 70-er Jahre. 1971 habilitierte er sich schließlich auf dem Gebiet der Erdschwerepotentialbestimmung aus Doppler Beobachtungen und wurde 1974 zum apl. Professor ernannt. Danach verlagerten sich die Arbeitsschwerpunkte in die Richtung instrumenteller Entwicklungen, Prüfung und Kalibrierung elektronischer Tachymeter und Nivellierinstrumente. Der Bereich der geodätischen Meßtechnik wird ihn fortan nicht mehr loslassen.

Schon bald nach seiner Berufung nach Aachen veranstaltete er zwei international besuchte Tagungen zu den Themen des Präzisionsnivellements (s. Nr. 26 dieser Veröff.reihe) sowie zu Kontinuierlichen Messungen in der Ingenieurgeodäsie im Jahre 1980 (Nr. 28 dieser Reihe). Das Aachener Geodätische Institut wurde von ihm zielstrebig zu einer ersten Adresse auf dem Gebiet der Prüf- und Eichverfahren für EDM-Instrumente ausgebaut. Ihm gelang es, diese Verfahren zu standardisieren, so dass die Praxis die hier entwickelten Kalibriermethoden nebst Prüfzeugnissen für die geprüften Instrumente dankbar annimmt. Andererseits pflegte er stets den Kontakt zu den Instrumentenherstellern, so dass die dort neu entwickelten Vermessungsinstrumente nahezu allesamt in Aachen nach wissenschaftlichen Prinzipien geprüft wurden.

Daneben fielen instrumentelle Eigenentwicklungen in seine Aachener Zeit, wie etwa die Aachener Präzisions-Schlauchwaage, das Telamat (ein rotierender Lasernivellier) der Fa. Theis, eine photoelektrische Nivellierlatte, ein Ultraschallmeßsystem zur Temperaturmessung oder ein System zur Messung des Temperaturgradienten u. v. m. Es ist nur folgerichtig, dass in den knapp zwölf Aachener Jahren sieben Dissertationen sowie zwei Habilitationen zu diesem Themenbereich von Prof. Witte verantwortlich betreut wurden. Doch auch zu Fragen des geodätischen Genauigkeitsbegriffs und insbesondere zur Problematik der inneren und äußeren Genauigkeit elektroptischer Distanzmesser nahm Prof. Witte fundiert Stellung (AVN 1986).

Seit dem Jahr 1978 ist er Mitglied der Deutschen Geodätischen Kommission (DGK) und war innerhalb dieser höchsten Vertretung der geodätischen Hochschullehrer viele Jahre verantwortlicher Sprecher des Arbeitskreises für Hochschul- und Ausbildungsfragen. Innerhalb der universitären Selbstverwaltung wurde er für die Jahre 1982 bis 1984 zum Dekan der Fakultät für Bauingenieur- und Vermessungswesen gewählt.

Von 1989 bis heute ist Prof. Witte als Mitherausgeber der Zeitschrift Flächenmanagement und Bodenordnung (fub) (ehemals: Vermessungswesen und Raumordnung) für den gesamten Bereich des Vermessungswesen zuständig. Daneben war er in mehreren Arbeitskreisen aktiv tätig, so im AK I des DVW für Ausbildungsfragen sowie in der Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen, Arbeitsausschuss Vermessung.

Im Jahre 1988 erhielt er den Ruf auf den Lehrstuhl für Geodäsie der Universität Bonn, dem er schließlich zum 1. März 1989 folgte. Seitdem existiert in Aachen nurmehr ein Lehrstuhl für Geodäsie innerhalb des Geodätischen Instituts.

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